Ein Weg führt in die lila blühende Heide

Heidepflege - Nie genug der Plaggerei

Bildauschnitt Helfer bei der Heidepflege

Die Heidelandschaft ist durch den Menschen entstanden und nur er kann sie auch erhalten. Denn ohne Pflegemaßnahmen vergrasen und verbuschen die Heideflächen bis hin zur Waldentwicklung. Nährstoffeinträge aus der Luft führen dazu, dass bestimmte Süßgräser wie die Drahtschmiele und das Pfeifengras gefördert werden und die Besen- und Glockenheide verdrängen. Die Pflegemaßnahmen dienen in erster Linie der Offenhaltung der Heide und dem Entzug von Nährstoffen. Die Pflegemaßnahmen sind

  • Beweidung
  • Entkusseln
  • Maschinelles Schoppern, Plaggen und Mähen
  • sowie kontrolliertes Brennen.

Beweidung – Schnucken und Ziegen sind fleißige Landschaftspfleger

Die Beweidung der Heide mit Heidschnucken ist wohl die bekannteste Methode, die Heide zu pflegen. Sie bewirkt durch den Verbiss einen jungen Austrieb der Heide. Die Heide sollte auf einer Länge von etwa 15 cm gehalten werden, um jung und dicht zu bleiben sowie schön blühen zu können. Wird die Heide länger oder älter, verholzt sie. Stachelige Pflanzen wie Wacholder, Schlehe oder Ginster werden nicht verbissen.

Und noch etwas bewirken die Schnucken: sie zerstören die Spinnweben, so können sich die Bienen darin nicht verfangen. Neuerdings wird die Schnucke von Ziegen in den Herden unterstützt: Ziegen verbeißen stärker die Pioniergehölze wie Birken und Kiefer.

Auch Pferde helfen bei der Landschaftspflege

Bildauschnitt Helfer bei der Heidepflege

Die Dülmener Pferde unterstützen die Heidschnuckenherden im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide bei der Offenhaltung feuchter Niederungen am Radenbach zwischen Egestorf und Undeloh, bei Wilsede, am Tütsberg und seit Kurzem im Bereich von Hörpel. Diese Pferderasse ist noch immer vom Aussterben bedroht. Daher ist es umso erfreulicher, dass die Herde nun von sieben Fohlen, geboren 2016, verstärkt wird.

Auf Dauer verhindert die Beweidung durch Schnucken, Ziegen und Pferde jedoch nur bei sehr hoher Intensität, dass sich der Boden mit Nährstoffen anreichert. Eine so hohe Intensität ist aber weder finanzierbar noch aus ökologischen Gründen erwünscht. Daher werden auch andere Pflegemaßnahmen durchgeführt:

Entkusseln – Der Mensch legt mit Spaten und Sägen selbst Hand an

Beim Entkusseln werden per Hand mit Spaten, Sägen oder Astscheren aufkommende Pionierbaumarten wie die Kiefer oder die Birke entfernt. Jedes Jahr kommen im gesamten Naturpark viele freiwillige Helfer zum Einsatz, die sich an Entkusselungsaktionen beteiligen. Auch die Gäste der Region können mitmachen, jeder Helfer ist willkommen! Beim Naturpark-Tag werden diese Aktionen gebündelt und Sie können gern eine der Aktionen unterstützen. Erfahren Sie hier über unseren Naturpark-Tag.

Die Natur zu erhalten ist teuer, sie nicht zu erhalten ist unbezahlbar.

(Zitatgeber: Hans Immler)

Schoppern, Plaggen und Mähen – Abtrag der Nährstoffe mit voller Maschinenkraft

Das Abplaggen ist die intensivste Form der Heidepflege und wird dann durchgeführt, wenn die Heideflächen bereits Rohhumusauflagen von über 3 cm aufweisen und stark vergrast sind. Mit speziell konstruierten Plaggmaschinen wird die Vegetation mit einer Humusschicht bis zum Erreichen des Mineralbodens abgetragen.

Das sogenannte „Schopperverfahren“ stellt eine kostengünstige Alternative zum Plaggen dar. Während beim Plaggen Mineralbodenanteile und Humusanteile miteinander vermischt werden, wird beim Schoppern weitgehend mineralbodenfreies Material gewonnen, da die Arbeitstiefe etwas geringer als beim Plaggen ist. Diese Methode ist allerdings nur bei Rohhumusauflagen bis 3 cm und wenig vergrasten Flächen einsetzbar.

Beim Mähen werden Geräte eingesetzt, die besonders tief ansetzen und auch Bodenverwundungen herbeiführen. Die Verjüngung der Heideflächen erfolgt sowohl über Stockausschläge als auch über Keimlinge. Die tiefe Mahd bewirkt einen intensiveren Austrag von Biomasse aus der Fläche.

Brennen – Feuer und Flammen für die Heide

Das gezielte Abbrennen der Besenheide ist eine altbewährte Methode zu ihrer Erhaltung, weil überalternde Bestände auf diese Weise verjüngt und revitalisiert werden. Das Brennen wird dann durchgeführt, wenn die Rohhumusschicht noch nicht zu stark angewachsen ist und sich auch der Anteil der Gräser an der Vegetation noch in Grenzen hält. Nach einem Brand stehen der Besenheide die scheinbar vegetationsfreien Flächen zum Neuaustrieb bereit. Bereits im folgenden Jahr erwachsen unter Umständen die ersten Heidepflanzen aus dem verbrannten Oberboden. Denn die unterirdischen Teile der Besenheide ertragen einen Brand sehr gut, besonders dann, wenn der Boden zum Schutz der unterirdischen Pflanzenteile und der im Boden lagernden Samen genügend Feuchtigkeit gespeichert hat oder gefroren ist. Die Besenheide ist sogar ein typischer Brandkeimer.

Schutz und Pflege

Die Pflegemaßnahmen werden innerhalb des Naturschutzgebiets durch den Verein Naturschutzpark durchgeführt. Er informiert in seinem Naturinformationshaus in Undeloh ausführlich über den Schutz und die Pflege der Heide.

Auch die Gemeinden und örtlichen Vereine kümmern sich mit vereinten Kräften durch Entkusselungsaktionen und andere Maßnahmen um den Erhalt der Heide. Wenn Sie mithelfen wollen, fragen Sie doch in Ihrer Naturpark-Informationsstelle vor Ort nach dem nächsten Entkusselungstermin.

Schnuckenpatenschaft

Auch durch eine Heidschnuckenpatenschaft, die Sie für eine Schnucke aus einer der sechs Herden des Vereins Naturschutzpark e.V. (VNP) übernehmen können, helfen Sie, die Heide zu erhalten. Heidepflege ohne Heidschnucken ist bei der Größe der zu erhaltenden Flächen im Naturschutzgebiet undenkbar. Schnuckenpatenschaften sind eine große Hilfe, um auch zukünftig Schnuckenhaltung betreiben zu können.

Übrigens: Diese Patenschaft eignet sich auch als "außergewöhnliches" Geschenk für alle Heidefreunde! Hier geht es zum zum Online-Formular für Heidschnuckenpatenschaften: www.verein-naturschutzpark.de