Mehlschwalben auf Zaun: © Aleksander Bolbot - Fotolia.com

Informationen zu Lausfliegen

Pferde- und Rinderhalter argumentieren oft, dass sie keine Schwalbennester an den Gebäuden bzw. in den Ställen wollen, da die Schwalben Lausfliegen einschleppen würden, welche dann auch auf Säugetiere befallen. Dies ist so nicht richtig! Schwalben und Mauersegler schleppen keine Lausfliegen ein, die Pferde und Rinder befallen, und umgekehrt. Die unterschiedlichen Lausfliegenarten sehen sich zwar oft sehr ähnlich, sind aber meistens auf ihre artspezifischen Wirtstiere spezialisiert.

Allgemein: Lausfliegen sind Insekten mit hornigem, flachgedrücktem Körper, horizontal stehendem Kopf, großen Augen, sehr kurzen Fühlern, einem Saugrüssel, zuweilen hinfälligen oder verkümmerten Flügeln, weit auseinander gedrängten Beinen und sehr kräftigen Klauen. Sie laufen sehr schnell und leben auf der Körperhaut von Säugetieren oder Vögeln, denen sie Blut absaugen.

Ungeflügelte Lausfliege

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Die Pferdelausfliege (Hippobosca equina L.) ist 7–8 mm lang, glänzend rostgelb, der Thorax braun, das Schildchen blaßgelb, die Fußklauen sind schwarz. Sie lebt auf Pferden, Eseln und Rindern, auch an Hunden, häufig am After, an den Flanken und am Bauch und wird besonders lästig durch das Jucken, das ihr schnelles Umherlaufen verursacht. Sie kann fliegen und sticht daher hin und wieder z.B. auch Reiter.

Schwalbenlausfliegen (Stenepteryx hirundinis) sind hochspezialisierte Parasiten, die hauptsächlich im Gefieder der Mehlschwalbe (Delichon urbicum), selten auch an Rauchschwalben (Hirundo rustica) und Uferschwalben (Riparia riparia) leben und sich vom Blut ihres Wirts ernähren. Die Schwalbenlausfliege erreicht eine Körperlänge von 4-5 mm. Kopf, Brust und Beine sind gelblich gefärbt, der Hinterleib hat eine dunklere Färbung. Charakteristisch sind die sichelförmigen, langen Flügel, die das Körperende der Fliege deutlich überragen. Da die Flügel stark reduziert sind, sind Schwalbenlausfliegen nicht mehr in der Lage zu fliegen.

Mauerseglerlausfliegen (Crataerina pallida) sind ebenfalls hochspezialisierte Parasiten, die hauptsächlich im Gefieder von Mauerseglern (Apus apus) leben, aber auch bei Schwalben vorkommt und sich vom Blut ihres Wirts ernähren. Sie erreicht eine Körperlänge von 6 bis 10 mm. Die Flügel sind stark reduziert, so dass sie zwar gesteuert segeln, aber nicht aktiv fliegen können.

Daneben gibt es weitere Lausfliegenarten, die Vögel oder Säugetiere befallen. Um die Lebenszyklen der Vögel befallenden Lausfliegen zu unterbrechen, sollten die Vogelnester (z.B. Kunstnester, Mauerseglerkästen) regelmäßig, d.h. alle ein bis zwei Jahre, gereinigt und die Larven entfernt werden. Bei Lausfliegen, die Pferde, Rinder und Esel befallen, sollte für die Bekämpfung ein Tierarzt zu Rate gezogen werden.