Ein Wanderer bei der Pause auf einer lila blühenden Heide

Pastor Bode-Weg (44 km)

„Auf der alten, von Birken bestandenen Landstraße, die von Lüneburg mitten ins Herz der Lüneburger Heide führt, ziehen zwei einsame Wanderer. Es sind die beiden Wilhelm Bode. Ihr Weg führt sie über Salzhausen nach Egestorf …“. Das war an Ostern im Jahr 1877 und so beginnt die Biographie des berühmten Heidepastors Wilhelm Bode (1860-1927).

Die Wanderung, die den jungen Wilhelm mit seinem Vater auf den Wilseder Berg führte, hat in ihm die Liebe zur Heide geweckt. Als Pastor von Egestorf setzte er sich unermüdlich für den Erhalt der Heidelandschaft ein.

Der Ankauf des Totengrundes im Jahr 1906 und die Gründung des Vereins Naturschutzpark 1909 geschahen auf seine Initiative hin. Damit bereitete er den Grund für das heutige Naturschutzgebiet.

Portrait von Pastor Bode

Der Pastor Bode-Weg folgt den Spuren des Heidepfarrers und Naturschützers. Er nimmt seinen Ausgang am Michaeliskloster in Lüneburg, wo die Familie Bode einst lebte. Durch das Naturschutzgebiet Kalkberg führt der Weg vorbei an Reppenstedt, Kirchgellersen, Westergellersen nach Luhmühlen und weiter nach Salzhausen. Dort steht noch das Genossenschaftliche Krankenhaus, an dessen Gründung 1898 Wilhelm Bode als Wegbereiter des Genossenschaftwesens in der Region maßgeblich beteiligt war. Ebenso engagierte er sich für den Bau der Bahnstrecke von Egestorf nach Winsen/Luhe, an der sich der Weg im weiteren Verlauf bis Egestorf orientiert.

Von Egestorf führt der Weg vom Radenbach in das abgeschiedene Heidedorf Wilsede. Man kann sich vorstellen, dass der Gemeindepfarrer diesen Weg oft nahm – er ist einer der schönsten, der nach Wilsede führt.

Verein Naturschutzpark e.V. (VNP)

Wilhelm Bode war einer der Gründungsmitglieder des Vereins Naturschutzpark e.V. (VNP), der 1909 in München ins Leben gerufen wurde. Der Verein hatte sich zum Ziel gesetzt, drei Naturschutzparke einzurichten. Einen Hochgebirgspark in den Alpen, einen Park für das Mittelgebirge und einen hier, in der Lüneburger Heide. Es ist der Arbeit des VNP zu verdanken, dass die historische Heidelandschaft heute noch existiert und ihre kulturelle und ökologische Bedeutung gewürdigt wird. Heute besitzt oder pflegt der VNP alle Heideflächen im Naturschutzgebiet.
Weitere Informationen über die Arbeit des VNP finden Sie unter www.verein-naturschutzpark.de

Der Kalkberg

Mitten in der Stadt Lüneburg, unweit des Michaelisklosters, erhebt sich der Kalkberg. Der Name ist etwas irreführend, denn er besteht nicht aus Kalk, sondern aus Gips. Mehr als 800 Jahre wurde der Gips abgebaut und als Baustoff genutzt.

  • Interaktive Karte

    Mithilfe von Google-Maps können Sie sich die fünf Themenwanderwege durch den Naturpark Lüneburger Heide als interaktive Darstellung ansehen.